Die Debatte über europäische KI-Souveränität kreist um zwei Themen: 1. Wie können wir verhindern, dass unsere Daten in die USA abfließen? 2. Wie kommen wir an ein eigenes „ChatGPT“? Gaia-X, der AI Act, Milliarden-Förderprogramme drehen sich um diese Fragestellungen. Die Herausforderung ist meiner Meinung nach größer und wird teilweise falsch oder gar nicht adressiert. Europäische…
Bild:KI-generiert Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Benzinmotor erfunden. Zwischen 1880 und 1920 verschwanden Tausende Kutschenbauer vom Markt. Gleiches galt für Fuhrunternehmen, die die Zeichen der Zeit nicht erkannten. Das bedeutet nicht, dass diese Unternehmen ihr Gewerbe hätten aufgeben und von nun an Benzinmotoren hätten herstellen sollen. Ihr Fehler war, dass sie weiterhin auf Pferdefuhrwerke…
Die großen Softwareunternehmen wie beispielsweise Salesforce oder SAP bauen KI nahtlos in ihre Plattformen ein. Agentforce nutzt die Atlas Reasoning Engine, SAP integriert Joule tief in S/4HANA. Die Liste ließe sich praktisch beliebig fortsetzen und die Versprechen sind durchweg ähnlich: autonome Workflows, optimierte Prozesse, höhere Effizienz. Das Problem liegt nicht in der Technologie, sondern darin,…
Der Mittelstand scheitert nicht an fehlenden KI-Spezialisten, sondern an einem falschen Transformationsansatz: Statt Konzernmodelle mit hochspezialisierten Rollen zu kopieren, braucht es klare Ziele, konkrete Prozesse und Verantwortlichkeiten – und dann pragmatische, betriebsnahe KI-Lösungen, die vorhandene Teams befähigen statt isolierte Expertensilos aufzubauen.
Der Einsatz von Schatten-KI ist aus meiner Sicht kein Disziplinproblem, sondern in erster Linie ein Symptom strategischer Untätigkeit. In vielen Unternehmen wird der Einsatz von generativer KI nicht aktiv gestaltet, sondern vertagt. In den wenigen Fällen, in denen der Mittelstand aktiv agiert, wird der Fokus auf Pilotprojekte gesetzt, die aufgrund fehlender Praktikabilität nicht in den…
Der DACH Mittelstand steht mitten in einer Dekade, in der sich gleich mehrere Strukturbrüche überlagern: Automatisierung und künstliche Intelligenz, digitale Transformation, demografischer Druck, geopolitische Risiken sowie eine zunehmend volatile Weltwirtschaft. Diese Entwicklungen sind keine abstrakten Zukunftsszenarien, sondern schlagen heute schon in Fachkräftelücken, überlasteten Teams, Investitionsstaus in IT und einer wachsenden Unsicherheit in der strategischen Planung…
Der Trend, Computer über KI-Agenten per Mustererkennung auf Bildschirmebene zu steuern, verspricht eine Revolution: Software, die Anwendungen wie ein Mensch „bedient“, ohne Schnittstellenintegration, könnte Büroarbeit, Verwaltung und Teile von Industrieprozessen weitgehend automatisieren. Gleichzeitig klafft eine Lücke zwischen beeindruckenden Benchmarkzahlen und den Anforderungen sicherheitskritischer und hochregulierter Prozesse, in denen schon wenige Prozent Fehlerrate inakzeptabel sind. Um…
Das Dilemma der Mitte Die vorangegangenen Kapitel haben aufgezeigt, wie fragmentierte IT-Landschaften, technische Schulden und organisatorische Silos die digitale Transformation blockieren. Diese Herausforderungen treffen alle Unternehmen. Doch mittelständische Organisationen im D-A-CH-Raum operieren unter spezifischen Rahmenbedingungen, die ihre Ausgangslage zusätzlich erschweren. Einerseits fehlen die Ressourcen, Budgets und Spezialisierungsgrade internationaler Konzerne. Andererseits kann er nicht die Agilität,…
Der Widerspruch zwischen digitalen Ambitionen und technischen Restriktionen Immer mehr Unternehmen investieren intensiv in digitale Innovationen, KI-Initiativen und Cloud-Strategien, während sie gleichzeitig auf IT-Systemen operieren, die konzeptionell aus den 1990er Jahren stammen. Dieser Widerspruch entsteht nicht von ungefähr, sondern ist Ausdruck einer strukturellen Abhängigkeit. Alte (und bewährte) Systeme, die einst Stabilität und Effizienz brachten, sind…
Das Dilemma moderner IT-Organisationen Während die Abhängigkeit von IT-Systemen exponentiell wächst und digitale Services zur Existenzgrundlage werden, erodieren gleichzeitig die internen Kapazitäten zur Gestaltung dieser Infrastruktur. IT-Abteilungen leiden am Fachkräftemangel und operieren am Limit. Auf externe Dienstleister muss teilweise lange gewartet werden und ein erheblicher Teil der verfügbaren Ressourcen fließt in die Wartung veralteter Systeme,…